Susanne Kleinlein
 

Patina bedeutet Alterung, Verschmutzung, Gebrauch. Um ein Filmset authentisch wirken zu lassen und ihm Atmosphäre zu geben, muss man patinieren. Es ist in der Filmausstattung ein geflügelter Begriff, der in aller Munde ist. Es bedeutet dass man einem Raum zunächst eine Grundpatina gibt, die verschieden stark sein kann, von kaum benutztes Hotelzimmer zur verwahrlosten Wohnung. Nur ein gespielt frisch gestrichener Raum kann "ohne" Raumpatina auskommen. Die Raumpatina muss gleichmäßig über alle Wände, Decken (falls sie im Bild sind) und Böden gezogen werden. Man trägt sie mit der Spritzpistole oder Weinbergsspritze oder mit Rollen auf, wobei man dabei zu mehreren arbeiten muss. Die Methode entscheidet sich mit dem Untergrund und der gewünschten Optik für die Kamera. Manche Oberflächen nehmen die Farbe über Rollen gleichmäßig auf, bei manchen muss man spritzen. Manche Filme können gut mit Spritzkorn, kleine Pünktchen, leben, manche wollen eine sehr ruhige Patinaschicht. Neben der Raumpatina müssen auch Türen und Fenster, Möbel und andere Requisiten passend zum Raum patiniert werden. Das geschieht durch Wischen und Wachsen, Spritzen und Pinseln,.... man muss jede Oberfläche genau untersuchen und abwägen welche Farbe und Methode am besten funktioniert.


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Brandpatina macht man mit der Spritzpistole.

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Auch Kohlenstaub...

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Die "frisch" gestrichene Treppe wird patiniert.

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Die Patinalasurfarbe wird mit Pinsel, Rolle, Lappen, Schwamm gespritzt, gerollt, gewischt aufgetragen.

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Eine Wandfläche muss noch etwas dunkler und belebter werden, eine Lasur wird gleichmäßig mit einem großen Flächenstreicher aufgetragen.

 

Das Treppenhaus im Fernsehfilm "Die Luftbrücke". Hier musste mit viel Farbmaterial durcheinander vorgegangen werden.

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Die Wischpatina an Fenster und Türen wird mit Lappen aufgetragen. Dazu mischt mein eine zähe Farbe aus Dispersionsfarbe und Kleister und trägt sich mit Lappen und Schwämmen auf, und wischt dann immer wieder nach.

Große Flächen kann man effektiv mit der Spritzpistole patinieren. Eine andere Methode ist dünne zähe Farbe mit mehreren Lammfellrollen großzügig über die Flächen zu verteilen. Eine Rolle trägt die Farbe, andere Rollen nehmen die überschüssige wieder ab. Hierbei muss man wenigstens zu zweit arbeiten.

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Rollpatina

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Spritzpatina

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Gerollte Patina und danach Spritzpatina. Das ist auch oft eine gute Lösung. Die Rollpatina gibt Lebendigkeit, die Spritzpatina beruhigt.

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Patina mit Spachteln und Holzklötzen nennt man bloggen. Man trägt etwas Farbe auf das Werkzeug und zieht oder klopft es schnell an die gewünschte Stelle.

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Damit kann man sehr gut abgeplatzte Farbe, Farbreste einer Lackierung imitieren.

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Patinierter Putz entsteht beim Verputzen.

 


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