Susanne Kleinlein
 

Imitationen der unterschiedlichsten Materialien und Oberflächen spielen bei Filmsets eine große Rolle. Viele Materialien sind zu teuer um sie original in einem Set zu verbauen. Außerdem findet man oft nicht den gewünschten Farbton oder Struktur. Dann kann auch die Oberflächenstruktur hinderlich sein um z. B. Kamerafahrten machen zu können. Oft muss ein Studiobau an einen Originaldrehort angepasst werden oder ein Außendrehort muss durch angebaute Teile erweitert oder verändert werden. Dabei muss man die Farbigkeit und die Struktur der vorhandenen Oberflächen perfekt imitieren. Also werden verschiedenste Holzsorten, Steine und Marmor, Rost und Moos auf billigem Bauholz gemalt.

 

Das Entstehen von Fliesenböden als gebrannte Fliese und Granitfliese

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Die folgenden Oberflächen entstand in einem Studiobau, in dem alle Böden auf einer Ebene liegen mussten um die Kamerafahrten so ruhig wie möglich durchführen zu können.

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Die Struktur für den Fliesenboden entsteht mit dem Naturschwamm. Sie besteht aus mehreren Schichten und Farbtönen. Außerdem kann man auch dünne Farbe sprenkeln, beide Strukturen vermischen sich gut miteinander.

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Holzimitation kann man am schnellsten mit dem Maserboy erreichen. Allerdings erzielt man hier eher die billigen Holzstrukturen von Kiefern- und Fichtenholz, also einfache Dielenbretter. Aber die Optik ist sehr bestechend und wenn man die Grundgrafik weiter eintönt kann man auch edlere Hölzer vortäuschen.



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Die Arbeitsschritte sind wie folgt: 1. Grundierung (hier entscheidet man bereits über die Dunkelheit und den Grundton des Holzes) 2. Maserung: man mischt die Maserfarbe aus Dispersionswandfarbe oder Acrylfarbe und Farbenleim, der die Trocknungszeit der Farbe verzögert und die Farbe zäher macht, und zur Sicherheit etwas Arylbinder pur; dann trägt man diese Farbe in der Breite eines Holzbrettes auf und rakelt mit dem Maserboy ein Brett 3. Zeichnen der Fugen der Holzbretter 4. Lasieren der Holzbretter: man mischt eine oder am besten mehrere Lasuren um dem Holz Farbtiefe zu geben; denn die Holzmaserung sitzt immer tief im Holz und muss nach der sehr grafischen Maserboymaserung in die Farbe "eingebettet" werden


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erste Lasur nach der Maserung

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Die Balken rechts sind mit dem Maserboy bemalt, links mit dem Stahlkamm.

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Diese Malerei wurde vor Ort noch patiniert.

 


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Man kann den Maserboy auch durch angedickte Farbe (Spachtelmasse) ziehen, so kann man Schalenbeton imitieren.


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Eine sehr feine Schalenbetonstruktur mit Lasuren

 

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Eine Freitreppe muss an ein vorhandenes Gebäude angebaut werden. Die Backsteine sind bereits plastisch angelegt.

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Passend zum Gebäude werden sie angemalt.

 

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Studiobau zur Fernsehserie "Das Ass"

Auch hier sind die Backsteine plastisch vorgearbeitet. Sie werden in mehreren Farbtönen angemalt und dann mit verschiedenen Lasuren zusammen gezogen.

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Außendrehort zum Fernsehspielfilm Keine zweite Chance

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Hier wurde an das vorhandene Gebäude eine Wand aus Wellblech und gemauerten Säulen angebaut und malerisch angepasst.

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Für den Fernsehspielfilm "Rommel" musste ein alter Bunker mit Stahltüren versehen werden.

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Schweißnähte imitiert man am besten mit Acrylat aus der Tube. Die aus MDF Holz gebaute Tür wird so zur schweren Stahltür.

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Moos macht man in dem man Sand und Sägespäne einfärbt, am besten färbt man sie in mehreren verschiedenen Grüntönen. Dort wo es wachsen sollstreicht man Leim (am besten Ponalwasser, das bleibt durchsichtig und klebt gut) auf und wirft das Material auf die gewünschte Stelle. Anschließend arbeitet man noch mit Farbe im Pinsel oder Naturschwamm nach.

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Rost imitiert man am besten in dem man als Untergrund grelle Orangetöne aufbringt. Dann arbeitet man darauf mit Sand in verschiedenen Braun- und Orangetönen. Die Haptik des Sandes zeigt sehr gut die Korrosion des Metalls. Wenn diese Schichten trocken sind, lasiert man dünne Braun- oder Grautöne, zum Abschluß wasserlösliches Bitumen (nennt sich Dachlack im Baumarkt). Und ganz am Ende kann man noch etwas Schellack aufbringen.

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Speziealeffekt krakeelierte und abgeplatzte Farbe

 

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Marmormalerei erfordert großes malerisches Gschick. Es gibt ein paar Tricks, aber sie erfordert vorallem genaues Hinsehen und viele Arbeitsschritte.

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gemalter Marmor

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Travertinimitation

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Ein Beispiel wie ein künstlicher Vorbau an einen vorhandenen zu bespieltenden Raum angepasst wurde: Links gemalt, rechts Travertin im Raum vorhanden.

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Für den Studiobau Hotel Adlon musste sehr viel Marmor hergestellt werden.Wir mussten eine Methode finden sehr schnell sehr viel Fläche zu bemalen. Der Marmor wurde auf großes Papierbahnen gemalt.

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Wir arbeiteten mit drei bis vier Farbtönen ineinander und brauchten 5 Arbeitsschritte (Grundieren; Farben auftragen; Spiritus sprenkeln; Adern einmalen; Lasur + Glanzschicht)

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Mit Schablonen kann man relativ schnell eine Dekoration anbringen.

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Für Filme die in der Zeit 30er Jahre oder 50er Jahre spielen kann man statt Tapeten auch Musterwalzen benutzen. Man bekommt viele verschiedene Muster, aber eher im Stil dieser Zeit.

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Küchenpaneel 30er Jahre Zeit

 

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Die Rolle ist nur vertikal einsetzbar und man sollte sich ein Lot hängen um in der Senkrechten zu bleiben. Wenn man den Untergrund mit spielen lässt oder gar zwei verschiedene Musterrollen ineinander arbeitet, kann man ungewöhnliche Ergebnisse erzielen.

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